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Ausstellungsorte in der Osterburg

In der Remise, dem ehemaligen Wirtschaftsgebäude, befindet sich der Sonderausstellungsraum. Hier wird in der Regel die Jahresausstellung gezeigt. Namhafte Künstler stellen in der "Galerie im Alten Schloss" aus. Sie befindet sich in der 3. Etage des Alten Schlosses. Nachwuchskünstlern steht der ehemalige Amtsgerichtssaal im Neuen Schloss zur Verfügung.
Das Künstleratelier, ebenfalls im Neuen Schloss, ist ein zusätzlicher Raum für die kleine Ausstellung.

„Luft unter Druck“

Jahresausstellung 2019 im Osterburgmuseum

Von Luft und Liebe kann man nicht leben, sagt ein Sprichwort. Über Luft kann man aber eine Ausstellung machen. Die Jahresausstellung „Luft unter Druck“ in der Remise des Osterburgmuseums beschäftigt sich im Jahr 2019 mit Luft und Luftdruck. In unserer Reihe zum Wissens-Schloss kommt nach der Astronomie, der Geodäsie und der Mathematik nun die Physik dran.
Vom natürlichen Luftdruck in unserer Atmosphäre, der Wetterküche, bis zu physikalischen Prinzipien, wie dem Vakuum, oder technischen Anwendungen, wie z. B. Kompressoren reicht die Palette der Exponate. Alles wie immer schön um unser Herzstück – die Atomuhr – gruppiert.


Mit großer Freude erfüllt das Organisationsteam der Ausstellung, dass die Herren Prof. Bussemer und Prof. Müller von der Dualen Hochschule Gera-Eisenach (DHGE) wieder als Kuratoren zur Verfügung standen. Als weiteren Mitstreiter konnte Diplommathematiker Dieter Bauke gewonnen werden. Er hat sich um „Goethes Wetterstation“ und vieles mehr zum Thema Wetter gekümmert.
Wussten Sie, dass Goethe etwas mit der Weidschen Wetterbeobachtungsstation zu tun hatte? 1821 wurde in Weida die meteorologische Station des Messnetzes vom Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach eingerichtet. Goethe notierte am 25.11.1820 in seinem Tagebuch: „Geh. Ref. Rath Helbig wegen meteorologischer Vorrichtungen“.
Helbig hatte sich mit der Bitte an Goethe gewandt, die Zusage für die Beschaffung von Beobachtungsinstrumenten für die Weidaer Station zu erhalten.

Besonders erfreulich ist die enge Kooperation mit der Firma Kaeser Kompressoren aus Gera.
Deren Vertreter, Herr Gunter Katterwe, hat sowohl die Exponate zur technischen Anwendung beigetragen, als auch viele anspruchsvolle Einzelaktionen in der Experimentierecke möglich gemacht.
Ein berühmter Magdeburger kommt auch in der neuen Ausstellung vor. Otto von Guericke hatte im Sommer 1657 zwei große Halbkugeln aus Kupfer mittels einer Dichtung zusammen-gelegt und pumpte die Luft aus dem Inneren heraus. Anschließend wurden vor jede Halbkugel nacheinander acht Pferde gespannt, die sie auseinanderreißen sollten, was aber nicht gelang. Als die Kugeln wieder mit Luft gefüllt wurden, fielen sie von allein auseinander.
Die „Magdeburger Halbkugeln“ gingen in die Technikgeschichte ein.

Damit ging spätestens 1657 den Menschen ein Licht auf, dass sie sich vor dem „Nichts“ nicht zu fürchten brauchten.
Durch den berühmten Versuch des Magdeburger Bürgermeisters mit den luftentleerten Halbkugeln verloren die Menschen des Barockzeitalters den Horror vor dem Vakuum.

Die Ausstellung würdigt auch ein Stück Industriegeschichte von Ostthüringen und ist bis
Mitte Januar 2020 zu sehen.