Patenschaft zur Bundeswehr

Weida – Patenstadt des Stabszuges des Panzerpionierbataillons 701

Die Zahl 26 – Zufall oder Symbol?

Zur Förderung gegenseitigen Verständnisses und Vertiefung freundschaftlicher Beziehungen zwischen Soldaten und Bürgern übernahm die Stadt Weida am 26. Juli 1995 die Patenschaft über die 5. Kompanie des Pionierbataillons 701 Gera.
Am Anfang, also bevor die Bundeswehr insgesamt immer mehr Aufgaben auch außerhalb der Heimat zu erfüllen hatte, war die jährliche Rekrutenausbildung im Weidaer Stadtwald oder an der Aumatalsperre eine feste Größe im Kalender.
Die Tage der Umwelt, jedes Jahr im Mai, waren Beispiele gelebter Partnerschaft.
Weida präsentierte sich im Gegenzug an den Tagen der offenen Tür des Bataillons, schickte die Kuchenfrauen oder die Mitglieder der Schützengesell-schaft zur Unterstützung von öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen der Bundeswehr. Im Laufe der Jahre wurde die 5. Kompanie zur 3. und aus dem Pionierbataillon wurde das Panzerpionierbataillon 701.
Mehrmals legten junge Rekrutinnen und Rekruten ihr öffentliches Gelöbnis in der Patenstadt Weida ab.
Weida stellte die Osterburg zur Verfügung, wenn es eine Soldatenhochzeit gab, oder als historisch-kulinarischen Veranstaltungsort zum Quartalstreffen des Offizierskorps.
Spannend bis zum letzten Ruderschlag waren stets die Schlauchboot-Wettfahrten zwischen Kompanieangehörigen und den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr auf der Aumatalsperre. Im Ergebnis durchaus ausgewogen gewannen mal die Soldaten und mal die Kameraden der FFW.
Unvergessen bleibt die Unterstützung der 3. Kompanie beim historischen Festumzug zur 800-Jahrfeier der Stadt im Jahr 2009.
Die politische Weltlage änderte sich Anfang der 2000er Jahre dramatisch.
Aus der Heimatarmee wurde eine Bundeswehr im Einsatz.

Bürgermeister Beyer schickte Weihnachtspäckchen nach Afghanistan und sorgte für ein öffentliches Willkommen der Rückkehrer.
Am 26. Juni 2014 trat die 3. Kompanie ein letztes Mal in ihrer Patenstadt Weida an. Im Innenhof der Osterburg gab es den so genannten Auflösungsappell.
Und damit das Ende des Patenschaftsvertrags.
Nicht weil einer der Partner das Ende gewollt hätte – nein, weil eine Strukturreform innerhalb der Bundeswehr uns dazu zwang.
Das Bataillon trat etwa ein halbes Jahr später wieder an die Stadt Weida heran und bat um Abschluss eines neuen Patenschaftsvertrages mit einer anderen Einheit.
Mit Stadtratsbeschluss-Nr. 023-6/2015 vom 18. Juni 2015 erklärte die Stadt Weida ihre Absicht, einen Patenschaftsvertrag mit dem Stabszug des Panzerpionierbataillons 701 abschließen zu wollen.
Am 26. November 2015 begründeten der Bürgermeister und der Stabszugführer die neue Patenschaft und knüpfen damit an die alte an.
Werner Beyer und Hauptmann Andreas Safra unterzeichneten in der Stadtratssitzung die Patenschaftsurkunde.
Ihr Text unterscheidet sich kaum von jenem der Urkunde von 1995 und drückt somit Kontinuität aus:
„Die Patenschaft soll gegenseitiges Verständnis wecken und der Vertiefung partnerschaftlicher Beziehungen zwischen Soldatinnen und Soldaten sowie Bürgerinnen und Bürgern dienen und damit die Verankerung der Bundeswehrangehörigen in der Zivilgesellschaft fördern.“
Das will nun wieder mit Leben gefüllt werden, so wie es 19 Jahre lang vorher auch war. Mindestens bis zum 26. Jahr der Patenschaft, was dann ganz sicher kein Zufall ist.